IT-Trends 2019

Das vergangene Jahr 2018 hat aus der Sicht von Mac-Admins einige Umwälzungen mit sich gebracht. 2019 verspricht spannend zu werden.

Was mich und viele Kollegen 2018 besonders bewegt hat, war so etwas wie der Schlusspunkt in einem langsamen Abschied Apples aus der Server-Welt. Die Vermarktung der letzten Server-Hardware war schon 2011 beendet worden, 2018 folgte nun faktisch das Ende der Server-Software.

Mac-Server sind tot – oder doch nicht?

Apple hat also ob der Übermacht der Konkurrenz – Windows- und Linux-Server, NAS-Lösungen für KMU, sowie zahlreicher Cloud-Alternativen – die Segel gestrichen und überlässt den anderen Marktteilnehmern das Feld. Müssen Mac-Server deshalb aus den Serverschränken von Betrieben verschwinden? Nein, müssen sie nicht!

Zum einen wurde die Apple Server-Software nicht gänzlich abgeschafft, sondern sie lebt in Version 5.7 weiter und stellt weiterhin einige wenige, wenn auch wichtige Funktionen bereit:

  • Wer den Mac in der Vergangenheit als Open Directory bzw. OpenLDAP-Verzeichnisserver genutzt hat, kann dies auch weiterhin tun.
  • Auch Unternehmen, die auf leistungsfähige SAN mit Stornext und XSAN angewiesen sind, können auch unter macOS 10.14 Mojave einen Mac als XSAN-Controller einsetzen.
  • Zu guter letzt ist auch Apples umfangreiches Mobile Device-Management Profilmanager zur zentralen Verwaltung von iOS- und macOS-Geräten weiterhin Bestandteil von macOS Server.

Zusätzlich sind in der Vergangenheit bereits eine der “Brot- und Butter”-Funktionen aus dem Server in macOS verlagert worden, hier sind besonders drei Dienste zu nennen:

  • Filesharing ist wohl die wichtigste Server-Anwendung für Unternehmen. Dank der Thunderbolt-Schnittstelle, mit der jeder Mac ausgestattet ist, kann man jeden Mac mit angeschlossenem Thunderbolt-RAID in einen leistungsfähigen Fileserver verwandeln, der kleineren oder größeren Arbeitsgruppen Dateien über AFP, SMB und WebDAV bereitstellen kann. Besonders die Mac mini-Modelle aus dem Modelljahr 2018 mit ihrem optionalen 10 Gbit-Ethernet sind hierfür prädestiniert.
  • Time Machine-Server ist ebenfalls eine Funktion, die vom Server in macOS übernommen wurde. Es gibt drei Möglichkeiten, Datensicherungen mittels Time Machine an einem Mac durchzuführen: 1. mit einer lokal angeschlossenen externen Festplatte, 2. mit einer Netzwerk-Festplatte wie Apples TimeCapsule, deren Verkauf aber 2018 eingestellt wurde, 3. übers Netzwerk an einen zentralen Time Machine-Server. Diese Funktion wird nicht nur von vielen NAS unterstützt, sondern kann auch von jedem Mac mit einem ausreichend großen Speicher übernommen werden.
  • Inhaltscaching bietet die Möglichkeit, den Netzwerkverkehr bei vielen macOS und iOS-Geräten zu entlasten, indem Apple Software-Updates und App Store-Downloads zwischengespeichert und durch den Caching-Server im Netzwerk bereitgestellt werden. Auch diese Funktion beherrscht mittlerweile jeder Mac.

Daten lokal oder in der Cloud speichern?

Das ist die Frage, auf die es am Ende hinausläuft. Dienste wie E-Mail (und damit zusammenhängend meist Kalender und Kontakte) sind immer schon Cloud-Dienste gewesen und können auch den großen, erfahrenen Cloud-Dienstleister anvertraut werden. Hier kommt es in erster Linie neben der Sicherheit auf Zuverlässigkeit und Störungsfreiheit an.

Cloud-Dienste können meist aber nicht mithalten, wenn es auf besonders große Speichermengen und hohe Übertragungsraten ankommt. Hier ist eine lokale Vorhaltung von Daten auf einem Fileserver im Vorteil, und wer hier bisher auf Mac-Server gesetzt hat und deren Bedienung gewohnt, kann dies oft auch weiterhin tun und muss nicht zwangsläufig auf eine NAS-Lösung ausweichen.

IT-Sicherheit

Was jedoch plattformübergreifend immer wichtiger wird, ist die Beachtung einiger grundlegender Regeln zur IT-Sicherheit – auch auf dem Mac! Die Bedrohungslage durch automatisierte Angriffe auf IT-Systeme hat zugenommen und der Einsatz von Antivirensoftware ist dabei selten eine wirksame oder gar ausreichende Schutzmaßnahme (sie kann sogar schädlich sein).

Daher ist es unerlässlich, dass Systeme auf dem aktuellsten Stand gehalten werden, besonders wenn man auf in-house IT-Systeme setzt. Es wird zunehmend riskanter, Server-Systeme von anno dazumal einzusetzen und der Spruch “never change a running system” ist in diesem Zusammenhang gefährlich und kontraproduktiv. Apple selbst stellt Sicherheits-Updates nur noch für macOS 10.12 Sierra oder neuer aus. Alle älteren Systeme sollten nicht mehr mit Zugriff auf das Internet betrieben werden, wenn man auf Nummer sicher gehen will.

  • Software-Updates installieren – nicht nur, aber auch auf dem Server, NAS, Routern, Switches, Druckern, Telefonanlage, IoT-Devices …
  • Sichere Passwörter verwenden
  • Passwörter nicht mehrfach einsetzen
  • Wachsam sein und bei verdächtigen Webseiten, E-Mails und Telefonanrufen erst nachdenken und im Zweifelsfall lieber einmal zu viel die Seite schließen, die Mail löschen bzw. den Hörer auflegen.
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Mac-Server und macOS 10.14 Mojave – (nicht) updaten!

Am 24.09.2018 erschien das nächste große Betriebssystem-Update von Apple namens macOS 10.14 Mojave. Einige Tage später stand auch das lange angekündigte Update auf Server 5.7 zur Verfügung. Was man Anfang des Jahres schon angekündigt hatte, wird damit Realität: Apple entfernt mit dieser Version einige Server-Funktionen, die uns über die Jahre sprichwörtlich treue Dienste geleistet haben. Folgende Dienste stehen ab sofort auf der roten Liste und sind nicht weiter Bestandteil von macOS:

  • DHCP
  • DNS
  • Netboot und NetInstall
  • Software-Aktualisierung
  • Kalender
  • Kontakte
  • Nachrichten
  • VPN
  • Webseiten (Apache, PHP)
  • Wiki

Apple hatte diesen Diensten im Laufe des vergangenen Jahres noch eine Gnadenfrist eingeräumt und diese nur noch auf laufenden Systemen unterstützt (bei Server-Neuinstallationen waren sie schon nicht mehr verfügbar), aber ab der neuen Server-Version 5.7 ist damit Schluss!

Somit bleibt für Mac-Admins, die auf einige dieser Dienste setzen, aktuell nur die Wahl, mit ihrem Server bei macOS 10.13 High Sierra zu bleiben. Durch die Versorgung des Betriebssystems mit Sicherheits-Updates bleibt ab jetzt noch eine letzte Umstiegs-Gnadenfrist bis zum Sommer 2020. Allerdings sollte man bedenken, dass Apple in dieser Zeit wahrscheinlich keines der Server-Pakete (Apache, Bind, PHP etc.) mehr aktualisieren wird. Dadurch könnte ein Mac-Server, der im Internet erreichbar ist, schon früher einer Sicherheitsbedrohung ausgesetzt sein.

Was nun?

Unter folgenden Umständen kann man als Mac-Admin seinen Apple-Server dennoch getrost auf macOS Mojave aktualisieren (d.h. sobald Server 5.7 von Apple freigegeben wurde):

  1. Man nutzt auf dem Server keinen der oben genannten Dienste.
  2. Man kann auf den ein oder anderen Dienst in Zukunft verzichten.

Apple hat den Server übrigens nicht ganz abgeschafft.
Folgende Dienste sind ab sofort in jedem Mac enthalten:

  • Fileserver (AFP, SMB, WebDAV)
  • Caching (Alternative zu Softwrae-Aktualisierung)

Folgende Dienste sind weiterhin Bestandteil von macOS Server 5.7:

  • Open Directory inkl. Benutzer- und Gruppenverwaltung
  • Verwaltung von Zertifikaten
  • Profilmanager
  • Xsan

Was ist mit den anderen Diensten?

Dienste wie DHCP, DNS oder VPN können von den meisten gängigen Internet-Routern übernommen werden. Apple hat übrigens einen Migrations-Leitfaden mit Vorschlägen veröffentlicht, den man sich als Admin mal in Ruhe zu Gemüte führen sollte. Wahrscheinlich werde ich hier in Zukunft auch noch die eine oder andere technische Lösung präsentieren. Stay tuned!

Sicherheitslücke in S-MIME und PGP-Verschlüsselung – Apple Mail absichern

Mail.app Entfernte Inhalte in Nachrichten laden deaktivieren

Wie am 14.05.2018 bekannt wurde, ist es Forschern gelungen, die Verschlüsselung von E-Mails so auszuhebeln, dass Angreifer unter Umständen Zugriff auf die unverschlüsselte Nachrichten erhalten können. Nähere Informationen dazu gibt es u.a. hier (FAZ) und hier (mactechnews.de). Das Problem scheint nur HTML-formatierte E-Mails zu betreffen, die verschlüsselt wurden.

Die Lösung ist ganz einfach. Man öffnet in Apple Mail die Einstellungen und stellt sicher, dass im Reiter Darstellung bei Entfernte Inhalte in Nachrichten laden kein Haken gesetzt ist. Damit ist zumindest die unmittelbare Gefahr gebannt. Generell empfiehlt es sich, Mails nicht mit HTML zu formatieren (außer, man verschickt Newsletter, aber die würde man nicht verschlüsseln).Mail.app Entfernte Inhalte in Nachrichten laden deaktivieren
Diese Einstellung empfiehlt sich übrigens auch für den Web-Browser Safari, wo standardmäßig das Öffnen von Downloads aktiviert ist. Hier entfernt man das Häkchen in den Safari-Einstellungen unter Allgemein.

Safari Einstellungen Sichere Dateien nach dem Laden öffnen deaktivieren

macOS Dateifreigabe für Canon ImageRunner einrichten

Schnellübersicht: Moderne Multifunktions-Kopierer erlauben es einem Benutzer, ein Dokument zu scannen und direkt auf einem Server im Büro abzulegen. Dieser Artikel zeigt, wie eine solche Verbindung zu einem macOS Fileserver eingerichtet wird.

Wer eine aktuelle Version von macOS Server einsetzt, wird schon bemerkt haben, dass Apple endgültig das FTP-Protokoll entfernt hat, so dass keine Netzwerkverbindungen mehr per FTP auf den Server hergestellt werden können.

Wenn man einen Multifunktionsdrucker im Büro hat, gibt es in der Regel ein paar andere Optionen für die Verbindungsaufnahme, aber die sind alles andere als Plug & Play.

Ich beschreibe hier, wie man an einem Canon ImageRunner Multifunktions-Kopierer (wie sie heute in vielen Büros anzutreffen sind) eine Verbindung zum Server per SMB-Protokoll einrichtet.

1. Freigabe am Server einrichten

Das Einrichten der Freigabe ist ja mittlerweile für das normale macOS und die Server-Version gleich: Man öffne die Einstellungen-App und gehe auf Freigaben.

Unter Dateifreigabe wähle man den Ordner aus, in den der Multifunktionsdrucker die gescannten Dokumente ablegen soll. Ich habe hier einen Ordner angelegt und diesen “Eingang” genannt. Bitte darauf achten, dass SMB aktiviert ist. Damit der Drucker nicht potenziell Zugriff auf andere Freigaben erhält, sollte man am Mac einen eigenen Benutzer für ihn anlegen. In unserem Fall haben wir den Benutzer “Office” angelegt und diesem Lese- und Schreibrechte auf die Freigabe gegeben.

2. Zugriff am Drucker herstellen.

Nun loggen wir uns über das Web-Interface des Druckers ein. Dazu gibt man einfach die IP-Adresse des Canon-Druckers im Web-Browser ein, zum Beispiel http://192.168.10.5:8000.

Hat man sich mit Benutzername und Passwort eingeloggt, gelangt man auf das Remote UI. Auf der rechten Seite klickt man auf das Adressbuch, woraufhin sich eine Adressbuchliste öffnet. Hier klickt man auf die erste Liste “Adressbuch 01” (oder ähnlich).

Jetzt kann man einen neuen Adressbucheintrag für die Serverfreigabe anlegen. Im Type-Dropdown wählen wir “File” (bzw. “Datei“, wenn das Menü deutschsprachig ist). Es erscheint eine Eingabemaske, und jetzt kommen die entscheidenden Einstellungen:

Unter “Name” kann ein aussagekräftiger Name eingetragen werden. In meinem Fall habe ich mich für “Eingang” entschieden, weil die Freigabe auf dem Server auch so heißt. Der Name muss aber nicht übereinstimmen.

Unter “Protokoll” wählen wir “Windows/SMB“.

Bei “Hostname” ist es wichtig, dass wir uns genau an die Schreibweise halten. Hier wird der Servername, gefolgt vom Freigabenamen eingetragen. In meinem Fall hat der Server einen voll aufgelösten DNS-Namen, ansonsten würde man hier die IP-Adresse des Servers eintragen. Die Schreibweise lautet also z.B.:

\\server.firma.de\Freigabename

oder

\\192.168.x.y\Freigabename

Bei “Anwendername” müssen wir wieder die Schreibweise genau beachten. In unserem Fall haben wir Open Directory am Server aktiviert, daher sind die Benutzer, die am Server angelegt werden, auch der Domain zugeordnet. In diesem Fall sieht die Schreibweise für den Server so aus:

server.firma.de/benutzername

Bei “Passwort” wird natürlich das Passwort des Benutzers eingetragen, und damit sind wir fertig und können den Canon Multifunktions-Drucker nutzen, um Dateien auf einem macOS Dateiserver zu speichern.

Hinweis: Ich habe meine Konfiguration mit Multifunktionsdruckern der Canon ImageRunner Advance-Serie und macOS-Versionen zwischen 10.11 El Capitan und 10.14 Mojave erfolgreich getestet. Es gibt tausende netzwerkfähige Kopierer und Drucker da draußen, die andere Protokoll-Versionen von SMB unterstützen (davon gibt es mittlerweile so einige), bei denen diese Herangehensweise möglicherweise nicht funktioniert. Ich übernehme daher natürlich keine Gewähr. 😉

Filevault vs. macOS-Update

Technik ist heute in vielen Bereichen einfacher zu bedienen als vor einigen Jahren, aber die Komplexität unter der Oberfläche steigt dafür stetig an. Manchmal blitzt diese Komplexität dann im Alltag auf und man sieht sich mit merkwürdigen Problemen konfrontiert, die man trotz jahrelanger Erfahrung nie zuvor gesehen hat.

So geschehen vor einigen Tagen. Im Zuge der Umsetzung einer IT-Sicherheitsrichtlinie haben wir alle Computer des Unternehmens auf FileVault-Verschlüsselung umgestellt. Morgens kam ein Kollege zu mir, der sich nicht in seinen iMac einloggen konnte. Der Mac hing offenbar in einem Installationsfenster mit folgender Meldung fest: macOS could not be installed on your computer. Ein Neustart führte immer wieder zurück zu dieser Meldung.

Was war geschehen? Wir hatten FileVault an dem Mac mit macOS 10.13.3 am Vortag aktiviert. Da der Rechner mit einem 3 TB fassenden FusionDrive ausgestattet ist, muss man mit einem mehrtägigen Verschlüsselungsprozess rechnen. Ich hatte den Kollegen also gebeten, den Rechner nach Feierabend nicht herunterzufahren. Das hatte er auch befolgt, allerdings war der Mac so eingestellt, dass Software-Updates automatisch heruntergeladen und im Hintergrund installiert werden – die empfohlene Standard-Einstellung von macOS.

Der iMac nutzte also die nächtliche Stunde, nach Updates Ausschau zu halten, wurde mit dem Zusatz-Update zu macOS 10.13.3 fündig, und führte die Installation des Updates selbständig durch. Beim anschließenden Neustart kam es dann zum oben abgebildeten Fehler – und der Kollege konnte am nächsten Tag nicht arbeiten.

Offenbar hat macOS High Sierra einen Bug, der die Installation eines System-Updates mit Neustart verhindert, wenn die FileVault-Verschlüsselung noch nicht abgeschlossen ist.

Die Lösung

Den Mac aus diesem Teufelskreis zu befreien erforderte etwas Trial-and-Error. Am Ende half folgende Methode:

  • Den Mac mit gedrückter Umschalt-Taste in den sicheren Modus booten lassen. Das funktioniert.
  • Sich mit einem Benutzer einloggen.
  • Die Systemeinstellungen-Startvolume öffnen
  • Die System-Festplatte auswählen und neu starten
  • Dann sollte man wieder normal booten und bis zum Anmeldebildschirm vordringen können

Ein Start mit gedrückter Alt-Taste zum Auswählen des Startvolumes funktionierte übrigens nicht, weil statt der Festplatte nur ein Installations-Volume angezeigt wurde.

Sobald man das System erfolgreich gebootet hat, sollte man übrigens umgehend in die Systemeinstellungen – App Store gehen und dort das automatische Installieren von System-Updates ausschalten – und erst wieder einschalten, wenn die initiale Verschlüsselung des Startvolumes abgeschlossen ist!

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